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Nachsorgeempfehlungen Lymphologie

Allgemeine Empfehlungen für Patientinnen und Patienten mit Lymphödemen


Alle Empfehlungen haben zum Ziel, eine Verschlechterung der Ödem-Situation zu vermeiden. Deshalb sollten Tätigkeiten, die die Lymphproduktion erhöhen und/oder den Lymphabfluss behindern, möglichst gemieden werden. Besonders wichtig ist es, Infektionen, speziell dem Auftreten eines Erysipels, vorzubeugen. Wir hoffen, dass Sie die für den Alltag wichtigen Hinweise und Anregungen für sich nutzen können. Sie gelten für den von einem Ödem betroffenen oder für einen Ödem gefährdeten Körperbereich.

Verletzungsgefahr
Schützen Sie sich auch vor kleinsten Verletzungen in dem von einem Lymphödem betroffenen Bereich.

Am Arbeitsplatz:
Unbedingt die Vorgaben der Berufsgenossenschaften zur Unfallverhütung beachten, Tragen von nicht einschnürender Schutzkleidung. Im Zweifelsfall Rücksprache mit dem Betriebsarzt halten, lassen Sie sich beraten zur ergonomischen Arbeitsplatzausstattung.

Im Haushalt:
Abwaschen, Putzen mit heißem Wasser mit Gummihandschuhen, Bügeln mit Schutzhandschuh.

In der Küche:
Arbeiten mit spitzen und scharfen Gegenständen mit Handschuhen. Verbrennungen vermeiden mit Schutzhandschuhen ( Herde, Öfen, Kochplatten, Backöfen ) oder Handschuhtopflappen.

Hobbies:
Vorsicht mit scharfkantigen, unfallträchtigen Werkzeugen, Schutzvorkehrungen nutzen beim Schleifen, Bohren, beim Umgang mit Ätzstoffen. Aufräumen schützt, deshalb Vorsicht mit Nägeln oder Splittern am Arbeitsplatz.

Näharbeiten:
Maschine mit Schutzvorrichtungen bedienen, Fingerhut aufsetzen.

Garten:
Handschuhe tragen wegen Dornen und Stacheln, Vorsicht vor Grillverletzungen.

Haustiere:
Biss- und Kratzverletzungen meiden.

Ernährung:
Normalgewicht anstreben mit einem BMI 20 - 25 kg/qm. Gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, wenig tierischen Fetten. Schränken Sie die Kochsalzaufnahme ein. Die tägliche Flüssigkeitsmenge sollte bei etwa 2l Trinkmenge liegen. Alkoholkonsum kann die Ödementwicklung fördern. Spezielle Diäten für lymphologische Patienten gibt es nicht, unausgewogene, sog. Crash- Diäten sind generell nicht zu empfehlen. Eine Gewichtreduktion wird durch konsequente kalorienbilanzierte Kost in Kombination mit Bewegungstherapie erreicht.

Freizeit und Urlaub:
Hitze und starke Sonneneinstrahlung sollte gemieden werden, vermeiden Sie einen Sonnenbrand durch UV-Schutz mit hohem Lichtschutzfaktor. Keine extreme Hitze und keine
extreme Kälte. Schutz vor Mücken- und Insektenstichen durch Einreiben oder Einsprühen mit Repellents und das Tragen von langärmeligen Blusen und Hemden, langen Hosen.

Sport, Wellness, Körper- und Schönheitspflege:
Warmwasserbäder mit Temperaturen nicht über 33 - 34 Grad Celsius, Sauna kann problematisch sein, die Beine sollen nicht unterhalb der Sitzfläche sein. Überhitzende physikalische Therapien ( Fango- oder Wärmepackungen, Körner- und Heizkissen, Thermound
Coolpacks, Rotlicht, Elektrotherapie mit Tiefenwärmeentwicklung ), Solarien, Hot stone- Behandlungen, Salzabreibungen, Salben mit Wärmeentwicklung, Rheumapflaster nicht im Ödembereich anwenden. Wechselduschen sind ungünstig.

Keine klassischen ( Knet- )Massagen, keine Akkupressur.

Regelmäßige, entstauend wirksame Sport- und Bewegungstherapie sollte 3 - 5 mal pro Woche für jeweils 30 - 45 min. durchgeführt werden. Vor dem Sport bitte „aufwärmen“, die Belastung langsam steigern. Vorsichtige Dehnübungen durchführen. Überbeanspruchung der Muskulatur vermeiden. Geeignet sind gleichförmige symmetrische Bewegungen unter Aktivierung der gesamten Körpermuskulatur oder großer Muskelgruppen ohne Belastungsspitzen, wie z. B. Schwimmen, Wassergymnastik, Aquajogging oder –cycling, Nordic Walking, Walking, Joggen, Wandern, Fahrradfahren, Skilanglauf, MTT (Laufband, Crosswalking). Keine reissenden, schleudernden oder zerrenden Bewegungen. Prellungen, Verletzungen und unfallträchtige Sportarten vermeiden, kein Kampfsport. Beim Sport Kompressionsbestrumpfung tragen (außer im Wasser).

Tattoos, Pigmentierungen, Piercings, Dermal Anchor oder vergleichbare Implantate sind im Ödembereich tabu. Bei der Nagelpflege kein Zurückstoßen der Nagelhaut, Nagelfalz nicht bearbeiten, keine künstlichen Nägel. Keine Peelings, kein Waxing, möglichst keine Rasur (Achsel-, Ganzkörper- und Intimrasur). Ekzem-, Allergie-, Akne-, Haut- und Nagelpilzbehandlung. Schwielen und starke Hornhautentwicklung können zu Einrissen der Hautoberfläche führen, Infektionen der Haut begünstigen. Empfehlenswert ist dann professionelle Pflege, bitte Vorsicht vor Verletzungen durch Hornhautschleifgeräte oder gar Hornhauthobel.

Keine allergisierenden oder hautreizenden Kosmetika, Reiz- und Duftstoffe können problematisch sein, deshalb möglichst parfümfreie Produkte wählen. Bitte keine Trockenbürstenmassagen im Ödembereich durchführen. Hautschutz und -pflege sollte nicht zu viel Feuchtigkeit und so wenig Fettanteil wie möglich enthalten, da das Schwitzen gefördert wird. Empfehlenswerte Bestandteile sind Ceramide, Harnstoff, Shea-Butter und Seifen mit einem niedrigen pH-Wert (< 7), um den Säureschutzfilm der Haut nicht zu zerstören. Achten Sie auf Ihre Körperhygiene, besonders dann, wenn bei Hautwulst- und Faltenbildungen Haut auf Haut liegt.

Erysipelprophylaxe:
2 - 3 mal täglich ein Desinfektionsmittel auf jede Bagatellverletzung im Ödembereich über mehrere Tage auftragen und den Heilungsverlauf beobachten. Beim Auftreten eines Erysipels sofort den Arzt aufsuchen. Das Erysipel bei einer Ödemerkrankung ist ein medizinischer Notfall. Eine Therapie mit einem Antibiotikum ist erforderlich. Ein Desinfektionsmittel und ein Antibiotikum sollten Sie zu Hause und im Urlaub immer vorrätig haben.

Medikamente:
Wassertreibende Medikamente (Diuretika) sind nicht zur Behandlung von Lip- und Lymphödemen geeignet. Medikamente, u. a. zur Behandlung des Bluthochdrucks, können aufgrund einer Gefäßerweiterung zum Auftreten oder zur Verstärkung von Ödemen führen. Bei ärztlichen Eingriffen und schweren Verletzungen im Bereich von Ödemen muss häufig vorübergehend die Ödembehandlung (Lymphdrainage) intensiviert werden, z. B. bei Operationen, Knochenbrüchen, Verbrennungen, Erfrierungen, Unfällen, auch bei sog. minimal-invasiven Eingriffen. Starke Prellungen beeinträchtigen den Lymphtransport und schädigen die Lymphgefäße. In allen Fällen, in denen Ihnen absichtliche Verletzungen durch körperliche Übergriffe oder durch häusliche Gewalt zugefügt werden, scheuen Sie sich nicht, die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten.

Psyche:
Nutzen Sie für sich Entspannungsverfahren, möglichst im Liegen. Einige Menschen mit schweren psychischen Belastungen zeigen teilweise selbstverletzendes Verhalten, indem sie sich Ritzen oder Verbrennungen zufügen. In ödematisierten Körperregionen können solche Manipulationen fatale Folgen haben. Auch übermäßige Kompression bis zu Einschnüreffekten, als Folge einer Anpassungsstörung an die Ödemerkrankung, verschlechtert die Behandlungsmöglichkeiten. Suchen Sie psychotherapeutische Hilfe und Behandlung. Insbesondere Frauen leiden neben den körperlichen Beeinträchtigungen durch das veränderte Körperbild unter einer verminderten Körperakzeptanz, reagieren teilweise mit Rückzug, depressiver Stimmungslage und gemindertem Selbstwert. Informieren Sie sich über das ÖdiPLUS- Konzept der Klinik Taunus. Lymphologische Nachsorge nach der aktuellen Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Lymphödeme“ ist wichtig, halten Sie immer Kontakt zu Ihrem Arzt und dem Therapeuten.

Beachten Sie bitte auch die speziellen Hinweise für Patienten mit Arm- und Beinlymphödemen
Ihr Reha-Team der Klinik Taunus

[Download der allgemeinen Empfehlungen]

Empfehlungen für Patientinnen und Patienten mit Armlymphödemen


Wichtig ist regelmäßige manuelle Lymphdrainage, Häufigkeit in Abhängigkeit vom Ödembefund. Die manuelle Lymphdrainage ist keine isolierte Therapie, sie ist nur in Kombination mit anschließender Kompression sinnvoll und wirksam.

Konsequentes Tragen des Armstrumpfes tagsüber, nachts eventuell, je nach Befund, leichter Armstrumpf, leichte Bandagierung oder Armhochlagerung mit einem Keilkissen auf das Herz-/Schulterniveau.

Bei langdauernden Arbeiten (Bügeln, Putzarbeiten, Fensterputzen, Handarbeiten) die Arbeit unterbrechen, entstauende Übungen durchführen und zwischendurch den betroffenen Arm hochlagern. Am Arbeitsplatz (monotone Zwangshaltungen, anstrengende Haltearbeit, Schreiben mit der Tastatur) ebenfalls Entstauungsübungen in den Arbeitspausen durchführen, wenn möglich eine ergonomische Arbeitsplatzausstattung (höhenverstellbaren Arbeitsplatz, Vertikalmaus, Unterarmstütze) nutzen.

Keine einschneidende oder einengende Kleidung tragen. Druck durch Nähte, Bündchen, Gummizüge oder Träger im Lymphabflussbereich vermeiden. Achten Sie auf die richtigen Konfektionsgrößen.

BH-Träger sollten breit und druckentlastend sein (1 - 2,5 cm), sie dürfen sich weder an der Schulter noch am Brustkorb (breites Unterbrustband) eindrücken. Achten Sie auf Entlastungsmieder, leichte Brustprothesen, ganz besonders auf die richtige Größe. Tabellen zur richtigen Größenermittlung finden Sie in den Sanitätshäusern, in guten Miederwarengeschäften und im Internet bei den bekannten BH-Herstellerfirmen. Patientinnen nach Brustkrebserkrankungen sollten sich von geschulten BCNKrankenschwestern beraten lassen (BCN: breast care nurse).

Vorsicht bei Hand- und Tragetaschen oder Rucksäcken, die über der Schulter getragen werden und ebenfalls einschnüren können. Einkaufstaschen sollten Sie mit dem gesunden Arm tragen, oder einen Trolley benutzen. Wenn der betroffene Arm länger herunterhängt, nimmt die Ödementwicklung zu.

Einseitige Belastungen beim Sport sollten nur kurzzeitig mit dem betroffenen Arm durchgeführt werden, möglichst mit Bestrumpfung und nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Lymphologen.

Vermeiden Sie Verletzungen der Haut, da auch sehr kleine Bagatellverletzungen schnell zu bedrohlichen Infektionen und zur Verschlechterung der Ödemsituation führen können. Die Kompressions-Bestrumpfung bietet eine gewisse Schutzfunktion. Achten Sie auf Ihre Körperhygiene und die Hautpflege. Am betroffenen Arm ist Waxing, Rasieren des Ober- oder Unterarmes oder der Achselhöhle nicht zu empfehlen. Raucher sollten Zigaretten nicht auf der betroffenen Seite halten.

Bei Arztbesuchen:
Am Lymphödemarm keine Injektionen, keine Infusionen, keine Blutentnahmen, keine Impfungen, keine Akkupunktur, keine Lokalanästhesie, keine Langzeitblutdruckmessungen, möglichst keine Blutdruckmessungen.

Wenn Unterarm und die Hand betroffen sind: Armbänder, Armringe, Armreifen, Armbanduhren und Fingerringe sollten locker sitzen und leicht zu öffnen oder abzustreifen sein.

Das Anziehen einer Bestrumpfung erfordert Geschicklichkeit und Kraft in den Schulter-, Ellbogen-, besonders in den Fingergelenken. Schwierigkeiten treten bei allgemeiner Muskelschwäche und bei Gelenk-Arthrosen auf. Bei Problemen mit dem Anziehen können spezielle Anziehhilfen verordnet und genutzt werden.

Da Schweiß die elastischen Fasern der Kompressionsware angreift, soll sie täglich gereinigt werden, um die Kompressionswirkung zu erhalten. Sie erhalten in der Regel aus
hygienischen Gründen eine Wechselversorgung. Bitte benutzen Sie keine Weichspüler und spülen Sie die Bestrumpfung gründlich aus. Bitte das Material nicht auswringen, Sie können den Strumpf in einem trockenen Handtuch ausdrücken und trocknen. Weitere Hinweise erhalten Sie in Ihren Sanitätsfachgeschäften.

Lassen Sie sich von Ihren Lymph-Therapeuten die Möglichkeiten zum Selbstmanagement der Ödembehandlung zeigen (entstauende Übungen, Anregen des Lymphabflusses, Eigendrainage, Bandageschulung).

Lymphologische Nachsorge nach der aktuellen Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Lymphödeme“ ist wichtig, halten Sie immer Kontakt zu Ihrem Arzt und dem Therapeuten. Bitte beachten Sie zusätzlich die allgemeinen Nachsorgeempfehlungen für Patientinnen und Patienten mit Lip- und Lymphödemen.

Ihr Reha-Team der Klinik Taunus

[Download der Nachsorgeempfehlung: Armlymphödemen]

Empfehlungen für Patientinnen und Patienten mit Beinlymphödemen


Wichtig ist regelmäßige manuelle Lymphdrainage, Häufigkeit in Abhängigkeit vom Ödembefund. Die manuelle Lymphdrainage ist keine isolierte Therapie, sie ist nur in Kombination mit anschließender Kompression sinnvoll und wirksam.

Konsequentes Tragen des Beinstrumpfes tagsüber, nachts eventuell leichter Beinstrumpf, leichte Bandagierung oder Beinhochlagerung mit einem Keilkissen auf das Beckenniveau, Fußteil des Bettes höherstellen.

Langandauernde Arbeiten im Stehen oder Sitzen unterbrechen, möglichst kein ständiges Hocken, Knien oder Bücken, entstauende Übungen durchführen und zwischendurch das betroffene Bein hochlagern. Am Arbeitsplatz (monotone Zwangshaltungen auf einer Stelle, langdauernde Arbeit im Sitzen) Entstauungsübungen in den Arbeitspausen durchführen, wenn möglich, Beratung durch Betriebsarzt zu ergonomischer Arbeitsplatzausstattung mit höhenverstellbarem Arbeitsplatz, häufiges Aufstehen und Gehen oder Fußgymnastik am Arbeitsplatz nutzen.

Nicht mit übereinander geschlagenen Beinen sitzen. Lange Bahn-, Bus- oder Autofahrten mit Bewegungspausen unterbrechen. Problematisch können lange Flugzeiten sein.

Achten Sie darauf, dass Ihre Haut nicht zu trocken oder rissig ist. Bei ersten Anzeichen einer Hautpilzerkrankung (juckende Rötung, Nässen, Hautablösung, schmerzhafte Einrisse zwischen den Zehen, Gelbfärbung und Brüchigkeit der Zehennägel) suchen Sie Ihren Arzt auf und behandeln Sie sich konsequent.

Vermeiden Sie Verletzungen der Haut, da auch sehr kleine Bagatellverletzungen schnell zu bedrohlichen Infektionen und zur Verschlechterung der Ödemsituation führen können. Die Kompressions-Bestrumpfung bietet eine gewisse Schutzfunktion. Achten Sie auf Ihre Körperhygiene und die Hautpflege. Am betroffenen Bein ist Waxing, Rasieren des Oberoder Unterschenkels, der Leiste oder die Intimrasur nicht zu empfehlen.

Diabetiker mit Lymphödemen sollten die Fußpflege durch einen Podologen durchführen lassen.

Rauchen, Diabetes (Zuckerkrankheit), Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen verschlechtern die arterielle Durchblutung, lassen Sie sich behandeln.

Fußbodenheizung kann sich ungünstig auswirken.

Beachten Sie bei der Bekleidungsauswahl: Hosen, Röcke, Gummizüge, Gürtel dürfen nicht einschneiden. Achten Sie deshalb auch auf den Sitz von Unterwäsche, Socken und Strümpfen.

Vermeiden Sie Risiko-Sportarten mit erhöhter Verletzungsgefahr. Tragen Sie beim Sport Ihre Kompressionsbestrumpfung. Enge Schuhe oder Schuhe mit höheren Absätzen sollten Sie vermeiden. Geeignet sind flache Schuhe mit Dämpfung im Hackenbereich, mit Fußbett, eventuell mit Einlagen. Schuhe sollten nicht luftundurchlässig sein. Vermeiden Sie dadurch Blasenbildungen und Hautschürfungen.

Beim Strandurlaub bitte Badeschuhe anziehen (Korallen-, Muschelschnittverletzungen, Glasscherben). Im Winter sollten Sie Unterkühlungen oder gar Erfrierungen vorbeugen, warme Socken tragen.

Das Anziehen einer Bestrumpfung erfordert Geschicklichkeit und Kraft in den Schulter-, Ellbogen-, besonders in den Fingergelenken. Schwierigkeiten treten bei allgemeiner Muskelschwäche und bei Gelenk-Arthrosen auf. Bei Problemen mit dem Anziehen können
spezielle Anziehhilfen verordnet und genutzt werden.

Da Schweiß die elastischen Fasern der Kompressionsware angreift, soll sie täglich gereinigt werden, um die Kompressionswirkung zu erhalten. Sie erhalten in der Regel aus hygienischen Gründen eine Wechselversorgung. Bitte benutzen Sie keine Weichspüler und spülen Sie die Bestrumpfung gründlich aus. Bitte das Material nicht auswringen, Sie können den Strumpf in einem trockenen Handtuch ausdrücken und trocknen. Weitere Hinweise erhalten Sie in Ihren Sanitätsfachgeschäften.

Lassen Sie sich von Ihren Lymph-Therapeuten Möglichkeiten zum Selbstmanagement der Ödembehandlung zeigen (entstauende Übungen, Anregen des Lymphabflusses, Eigendrainage, Bandageschulung).

Lymphologische Nachsorge nach der aktuellen Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Lymphödeme“ ist wichtig, halten Sie immer Kontakt zu Ihrem Arzt und dem Therapeuten.

Bitte beachten Sie zusätzlich die allgemeinen Nachsorgeempfehlungen für Patientinnen und Patienten mit Lip- und Lymphödemen.

Ihr Reha-Team der Klinik Taunus

[Download der Nachsorgeempfehlung: Beinlymphödemen]

Bandageschulung


Nachfolgend die Produktinformationen zu den in der Bandageschulung verwendeten
Produkten:

Armbandage: Dauerbinde K Lohmann-Rauscher
Hand6 cm PZN 00260540
Unterarm10 cmPZN 00260563
Oberarm12 cmPZN 00260586
Beinbandage: Dauerbinde K Lohmann-Rauscher
Fuß8 cmPZN 00260578
10 cmPZN 00260563
Unterschenkel10 cmPZN 00260563
12 cmPZN 00260586
Oberschenkel20 cmPZN 00260592


Rosidal Soft Fa. Lohmann-Rauscher
Schaumstoffbinde10 cmPZN 00886860


Das aufgeführte Bandagematerial wird in der Klinik Taunus für Patientinnen und Patienten in der Abteilung Lymphologie verwendet.
Von verschiedenen anderen Firmen werden ähnliche Produkte angeboten

Ihr Reha-Team der Klinik Taunus

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Das Erysipel


Weitere Hinweise, die Sie beachten sollten, erhalten Sie durch die Allgemeinen Empfehlungen für Patientinnen und Patienten mit Lymphödemen und durch die Empfehlungen bei Arm- und Beinlymphödemen.


Ein Erysipel entsteht durch das Eindringen und die Vermehrung von Bakterien, überwiegend von Streptokokken, nach einer Verletzung der Hautoberfläche. Schützen Sie sich deshalb auch vor kleinsten Verletzungen in dem von einem Lymphödem betroffenen Bereich. Es
kommt, ausgehend von der Bakterieneintrittsstelle zu einer scharf abgrenzbaren Hautrötung und -schwellung, die sich vom Zentrum aus schnell kreis- und wellenförmig ausdehnt (desalb die Bezeichnung: Wundrose). Typisch ist der hohe Fieberanstieg mit Schüttelfrost, häufig mit hohem Krankheitsgefühl, manchmal mit Übelkeit und Erbrechen verbunden. Rötung, Schwellung, Schmerz und Hitzegefühl breiten sich in wenigen Stunden weiter aus, die im Lymphabflussbereich liegenden Lymphknoten können schmerzhaft anschwellen.

Neben dem typischen Verlauf können auch leichtere Erysipele mit leicht ansteigenden Temperaturerhöhungen oder ohne Fieber, mit kleinfleckigen Hautrötungen beobachtet werden. Bei dramatischen Verlaufsformen kann es zu Blasenbildungen an der Haut, zu Wundgeschwüren, zu Bewusstseinsstörungen und zum Nieren- oder gar Multiorganversagen kommen.

Die Gefahr durch das Erysipel besteht in der Ausbreitung der Bakterien über die Lymphwege und die umgebende Gewebeschädigung. Dadurch kommt es zu der Schädigung der Lymphgefäße und der Verschlechterung der Ödemsituation. Die Behandlung besteht in der Gabe eines Antibiotikums, vorzugsweise von Penicillin oder von Cephalosporinen. Bei Patienten, die auf Penicillin allergisch oder mit einer Unverträglichkeit reagieren, kommt alternativ Erythromycin oder Tetracyclin in Frage. Die Behandlung muss möglichst schnell beginnen und soll ausreichend lange andauern, um ein schnelles Wiederaufflackern der Entzündung zu verhindern. Die übliche Behandlungsdauer beträgt 8 bis 14 Tage. Die von dem Ödem und dem Erysipel betroffene Gliedmaße soll hochgelagert und gekühlt werden, zusätzlich können fiebersenkende, schmerzstillende und antientzündlich wirkende Medikamente verabreicht werden. Bettruhe ist bei Fieber wichtig. Dies hat häufig zur Folge, dass wegen der Gefahr einer Venenthrombose ein gerinnungshemmendes Medikament zusätzlich verordnet werden muss. Die Kühlung kann durch Umschläge mit kaltem Wasser oder mit Kühlpacks in einem Handtuch erfolgen.

Die konsequente Einhaltung der Behandlungsdauer ist wichtig, um ein frühes Wiederaufflammen (Rezidiv) des Erysipels zu verhindern. Dennoch kann es nach einer ersten Infektion zu wiederkehrenden Erysipelen kommen, besonders dann, wenn die möglichen Eintrittspforten für Erreger nicht beseitigt sind. Bei chronisch rezidivierenden Erysipelen wird eine antibiotische Langzeitprophylaxe mit z.B. Depotpenicillin, alternativ Erythromycin notwendig.

Die manuelle Lymphdrainage kann, während Fieber besteht, nicht fortgesetzt werden, da das Weitertransportieren der Bakterien verhindert werden soll. Einen Tag nachdem die Patienten fieberfrei sind, kann die unterbrochene Therapie fortgesetzt werden, wobei zunächst nicht in dem von der Entzündung betroffenen Bereich begonnen wird, solange die Haut noch schmerzt und überwärmt ist.

Patienten nach Herzklappenoperationen, bei denen ein Erysipel nicht antibiotisch behandelt wurde, benötigen eine sogenannte Endokarditisprophylaxe.

Das Erysipel bei einer Ödemerkrankung ist ein medizinischer Notfall.
Es ist wichtig, dass die richtige Diagnose schnell gestellt und dass sofort behandelt wird. Für Sie als Patient bedeutet das, dass Sie bei jedem Verdacht auf das Vorliegen eines Erysipels so schnell es geht, einen Arzt kontaktieren müssen.

Erysipelprophylaxe
Tragen Sie mehrmals, mindestens 2 - 3 mal täglich ein Desinfektionsmittel auf jede Bagatellverletzung im Ödembereich über mehrere Tage auf und beobachten Sie den Heilungsverlauf. Bei ersten Hinweisen auf die Entwicklung eines Erysipels müssen Sie sofort den Arzt aufsuchen.

Ein Desinfektionsmittel und ein Antibiotikum sollten Sie zu Hause und im Urlaub immervorrätig haben.

Lymphologische Nachsorge nach der aktuellen Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Lymphödeme“ ist wichtig, halten Sie immer Kontakt zu Ihrem Arzt und dem Therapeuten.

Beachten Sie bitte auch die allgemeinen Hinweise und die speziellen Hinweise für Patienten mit Arm- und Beinlymphödemen.


Ihr Reha-Team der Klinik Taunus

[Download der Nachsorgeempfehlung: Erysipel]


Das Lymphtape für Patientinnen und Patienten mit Lymphödemen


Tapes bestehen aus elastischem Stoffgewebe, das einseitig mit Kleber versehen ist und auf der Haut angebracht werden kann. Sie wurden ursprünglich in der Sportmedizin und Physiotherapie bei Sportverletzungen eingesetzt. Die Anwendungsbereiche haben sich seitdem erweitert und Taping wird für eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten genutzt. Obwohl es keinen wissenschaftlich gesicherten Nachweis zur Wirkungsweise des Tapes gibt, setzen wir die Methode zur Entlastung des Unterhautgewebes und damit zur Verbesserung des Lymphabflusses ein. Unter lymphologischen Gesichtspunkten ist Taping daher geeignet für Patientinnen und Patienten mit primären und sekundären Lymphödemen und mit Lipödemen, dort auch zur Schmerztherapie.

Obwohl Tapes luft- und feuchtigkeitsdurchlässig sind, bleiben sie beim Duschen und beim Schwimmen gut haften und stören die Bewegungsabläufe nicht. Für Therapeuten ist vorteilhaft, dass sie die Behandlung ebenfalls nicht beeinträchtigen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Tapes die Therapie in Bereichen unterstützen, in denen eine Bandagierung schlecht oder nicht möglich ist: In der Flanke, im Genital- und Gesäßbereich, in der Achselhöhle, im Schulter-, Hals-, Gesichtsbereich.

Wird ein Lymphtape an einem bandagierten oder bestrumpften Arm oder Bein angelegt, so ist während der Kompression die eigentliche Funktion des Tapes aufgehoben, nach dem Abnehmen der Bandagierung oder Bestrumpfung in der Nacht unterstützt das Tape den Lymphabfluss weiter.

Beim erstmaligen Anlegen eines Tapes, sollte ein kleines Probetape in den zu tapenden Bereich oder an der Innenseite des Unterarmes geklebt werden, um eine allergische Reaktion, meist auf den Kleber, zu erkennen. Erfahrungsgemäß wird das Tape auch von Patienten mit einer Pflasterallergie vertragen. Wenn innerhalb von 24 Stunden keine Reaktion auftritt, kann das Lymphtape eingesetzt werden.

Die Haut soll in dem zu tapenden Bereich trocken und fettfrei sein, auf das Auftragen von Lotionen, Salben und Cremes sollte verzichtet werden, eventuell müssen störende Haare entfernt werden. Das Tape soll so lange wie möglich verbleiben, üblicherweise hält es 5 bis 7
Tage, bevor es sich langsam löst. Das Abziehen sollte in der Haarwachstumsrichtung durchgeführt werden, um zusätzliche Hautirritationen zu vermeiden.


Gelegentlich können Hautirritationen oder örtliche allergische Reaktionen auftreten. Deshalb wird nach dem Entfernen des Tapes eine Pause von 2 bis 3 Tagen vor erneutem Taping empfohlen, um die Haut zu pflegen. Bei allergischen Reaktionen kommen antiallergisch wirkende Salben zur Anwendung, allerdings kann das Tape dann nicht mehr eingesetzt werden. Tapes sollen nicht auf vorgeschädigter Haut, z. B. nach Bestrahlungen, bei Sonnenbrand oder auf oberflächliche Haut-Verletzungen angebracht werden. Auch bestehende Hauterkrankungen, wie Erytheme, Exantheme, Psoriasis, Pilzerkrankungen und ein Erysipel sind ein Ausschlusskriterium für das Tape.

Lymphologische Nachsorge nach der aktuellen Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Lymphödeme“ ist wichtig, halten Sie immer Kontakt zu Ihrem Arzt und dem Therapeuten.

Beachten Sie bitte auch die allgemeinen Hinweise und die speziellen Hinweise für Patienten mit Arm- und Beinlymphödemen

Ihr Reha-Team der Klinik Taunus

[Download der Nachsorgeempfehlung: Lymphape]

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Klinik Taunus

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